Filmstart am 26.4.

A Beautiful Day

Großbritannien/F/US 2017
90 Min., frei ab 16 Jahren

Inhalt

Joe ist das, was einmal im Film ein „Hired Gun” genannt wird, ein Auftragskiller. Oder ein Mann fürs Grobe, der dann gerufen wird, wenn andere versagen. Joe ist ein massiger Mann mit grauschwarzem Bart und zum Zopf gebändigten Haaren. Sein Gang ist schleppend, sein Blick nach unten gerichtet. Joe ist ein Mann mit vielen Wunden, auf der Seele, vor allem aber am Körper. Mehrere Male zieht er sich eine durchsichtige Plastiktüte über den Kopf und reißt sie erst im allerletzten Moment auf. Rückblenden in seine Vergangenheit, zu seiner Kindheit, zum Militär und zum FBI zeigen: Joe hat schon so einiges hinter sich an Missbrauch, Gewalt, Traumata, Schikanen und Misserfolgen. „Du warst niemals richtig hier“ lautet die Übersetzung des Originaltitels, und genau diesen Eindruck erweckt Joe: Ein Mann, der neben sich steht, der nicht mehr leben will. Da wird die kleine Tochter eines Senators entführt und in ein Bordell verschleppt. Joe befreit das Mädchen. Doch danach läuft alles aus dem Ruder.
 
Das Drehbuch des Thrillers basiert auf der Novelle „You Were Never Really Here“ des amerikanischen Autors Jonathan Ames. Regisseurin Ramsay machte daraus das Drama eines Einzelgängers, der an Travis Bickle aus Martin Scorseses „Taxi Driver“ erinnert. Joe ist ein Mann, der nur seinem Code gehorcht. Manchmal muss man sich sogar wundern, dass er überhaupt fähig ist zu handeln. Wut und Verzweiflung sind die einzigen Motoren, die ihn antreiben. Die Brutalität, zu der er fähig ist, zeigt Ramsay meistens als Resultat, die Aktion selbst ist entweder durch Überwachungskameras verfremdet oder durch Ellipsen ausgespart. „A Beautiful Day“ ist ohne die Darstellung durch Joaquin Phoenix gar nicht denkbar. Von schleppend und schwerfällig bis aufbrausend und wütend findet er punktgenau die passenden Gesten und macht den Schmerz seiner Figur spürbar. Man möchte nicht in Joes Haut stecken.