Filmstart am 17.3.

Germania

Deutschland 2018
80 Min., frei ab 12 Jahren
Ein Film von Lion Bischof

Inhalt

Lion Bischof taucht als stiller Beobachter in den Mikrokosmos der „Münchner Germanen“ ein, filmt Sitzungen, Übungen oder Trinkspiele und klärt die hierarchische Ordnung von „Jungfüchsen“ und „Alten Herren“. Das Leben im Verbindungshaus ist strikt reglementiert. Körperliche Ertüchtigung kommt ebenso vor wie regelmäßiger, oft beiläufiger und gern exzessiver Alkoholkonsum. Beides, Liegestütze wie Biertrinken, dient auch als disziplinarische Maßnahme.
 
Die Frage, warum ein junger Mann im Jahr 2018 einem Corps beitritt, treibt den Film implizit um; immerhin steht das auf die preußische Art organisierte Verbindungsleben dem von individueller Entfaltung durchtränkten Zeitgeist diametral entgegen. Ihre Motive reißen die Corpsburschen in eingestreuten Interviews ein, bei denen die Fragen des Regisseurs ausgespart bleiben. Manche setzen auf das Verbindungsnetzwerk, das sie beim Berufseintritt anschieben kann, andere loben den Zusammenhalt im Corps oder wollen zu „richtigen Männern“ reifen. Außerdem ist die Miete in der von den Alten Herren mitfinanzierten Villa niedrig. Manchmal liegen die Gründe in der Familie: Einer ist in der dritten Generation Verbindungsmitglied.


Burschenschaften und Studentencorps, zumal schlagende, stehen in einem zweifelhaften Ruf. Ein Nährboden für die Vorbehalte ist die geheimbündlerisch wirkende Verschlossenheit der Verbindungen. Regisseur Lion Bischof bringt mit dem Dokumentarfilm „Germania“ etwas Licht ins Dunkel. Über mehrere Monate hinweg begleitete er die im „Corps Germania München“ organisierten Studenten. Sein kommentarloser Blick ermächtigt das Publikum dazu, das Corpsleben selbst zu beurteilen...

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