Filmplakat zu Naza

Naza

Visionärer Dokumentarfilm über die tödlichen Systeme hinter Israels Militärstrategie im Gazastreifen, aufgenommen in den nächtlichen Straßen von Tel Aviv.

von Yuval Abraham, Rachel Szor

Großbritannien/US 2026, 78 Min., ab 16

Filmstill aus Naza

Nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und etwa 250 als Geiseln genommen wurden, begann Israel eine groß angelegte Militäroffensive im Gazastreifen. Seither wurden dort über 74.000 Palästinenser*innen getötet und großeTeile des Gebiets zerstört. Während Israel erklärt, mit seinem Vorgehen die Hamas zerschlagen und zivile Opfer möglichst vermeiden zu wollen, werfen Menschenrechtsorganisationen der israelischen Armee Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wurde zudem eine Klage eingereicht, die Israels Vorgehen als Genozid bezeichnet – eine rechtliche Einordnung, über die das Verfahren noch zu entscheiden hat.

In „Naza“ berichten 24 israelische Soldaten und Techniker, anonym und mit verfremdeten Stimmen interviewt von Yuval Abraham, über die Methoden der Kriegsführung. Sie schildern ein System nahezu lückenloser Überwachung, präziser Zielerfassung und kalkulierter ziviler Opfer. Wie viele Tote bei einem Angriff in Kauf genommen werden, hängt demnach von den jeweiligen Vorgaben ab - teils sollen es Dutzende, in einzelnen Fällen sogar Hunderte gewesen sein.

Der Film von Yuval Abraham und Rachel Szor verbindet die Aussagen mit Bildern aus Tel Aviv, wo der Krieg in den nächtlich erleuchteten Wohnungen auf Bildschirmen präsent ist. Ohne anklagenden Tonfall entfaltet „Naza“ ein verstörendes Bild militärischer Routinen und gesellschaftlicher Verantwortung. Ein nüchterner, eindringlicher Dokumentarfilm, der Fragen aufwirft, die weit über das Schlachtfeld hinausreichen.

Vorstellungen
…
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa

Sonderpreis bei den internationalen Filmfestspielen von Venedig

Wurde bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Sonderpreis der Jury (Special Jury Prize) ausgezeichnet.

Aktuell auch im Programm