Filmplakat zu Biermann

Biermann

Hautnaher Dokumentarfilm über das Leben und Werk des Liedemachers Wolf Biermann, der persönliche Erinnerungen und politischen Zeitgeist miteiander verbindet

von Jens Meurer

Deutschland 2026, 120 Min., ab 0

Am Freitag 30. Oktober kommt Regisseur Jens Meurer zum Gespräch mit Filmwissenschaftlerin Andrea Kuhn ins Lamm!

Mit keinem lebenden Künstler ist deutsch-deutsche Geschichte so eng verbunden wie mit Wolf Biermann. Als „Mischling ersten Grades“ hätte Biermann auf einer Todesliste gestanden, erzählt er. Die britischen Bomben auf Hamburg haben ihn gerettet. Mit 16 geht der Teenager den Osten. „Ich dachte, die DDR ist das bessere Deutschland.“ Schließlich sei er „Kommunist schon im Bauch meiner lieben Mutter“ gewesen. Er will Theaterregisseur werden. Lieder und Gedichte sind zunächst Nebensache. Sein Stück über die Berliner Mauer wird verboten. „Als sie mir diese Theaterkanone weggenommen haben, war ich gezwungen, mich auf leichte Handfeuerwaffen umzustellen. Lieder und Gedichte.“ erinnert sich der Künstler.

Mit diesen „leichten Handfeuerwaffen“ legt er sich mit der Partei an. Die Bonzen haben wenig Verständnis für den Idealisten. Die Staatsmacht antwortet mit einem „Maßnahmeplan zur Zersetzung der Person“, Mordversuche inklusive. Bei einem Konzert in Köln folgt 1976 schließlich die überraschende Ausbürgerung. Ein Stasi-Coup. Doch Solidarität lässt nicht lange auf sich warten, Romy Schneider und Michel Piccoli stehen Biermann spontan zur Seite. Andere Künstler werden folgen.

Die Kamera begleitet den 90-Jährigen bei der Begegnung mit jungen Künstler.innen, Politiker.innen sowie seiner Familie und verwebt dieses Material mit ikonischen, teils unveröffentlichten Archivaufnahmen. So entsteht ein mitreißendes und sehr persönliches Kaleidoskop eines Lebens, eine einzigartige Biografie eines einzigartigen Menschen.

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