Filmstart am 19.9.

Systemsprenger

Deutschland 2019
118 Min., frei ab 12 Jahren

Inhalt

Bernadette, die am liebsten Benni genannt werden möchte, ist neun Jahre alt und hat bereits mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie hinter sich. Sie wurde aus verschiedenen Heimen und Wohnprojekten herausgeworfen, hat es in keiner Pflegefamilie ausgehalten und wurde von der Sonderschule suspendiert. Benni hat Wutausbrüche, in denen sie die Kontrolle komplett verliert und andere Kinder gefährlich verletzt. Sie ist ein Systemsprenger, für den es im Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz gibt. Aufgrund eines Zwischenfalls in ihrer Kindheit ist Benni schwer traumatisiert, nur ihre Mutter darf sie etwa im Gesicht berühren. Überhaupt sehnt sich Benni nach der Liebe ihrer Mutter. Die ist aber hoffnungslos überfordert mit der Unberechenbarkeit des Kindes. Als Frau Bafané vom Jugendamt den Anti-Gewalt-Trainer Micha für Benni engagiert, scheint sich die Neunjährige langsam zu öffnen. Gibt es doch einen Platz für Benni?

Gleich mit ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm ist Regisseurin und Drehbuchautorin Nora Fingscheidtder Sprung auf die große Bühne gelungen. „Systemsprenger“ erntete bei seiner Premiere auf der Berlinale 2019 viel Lob und wurde als hervorragend recherchiertes Porträt eines nicht-konformen Mädchens beschrieben, das im pädagogischen System keinen Platz findet und zwischen den Institutionen hin- und hergereicht wird. Der Begriff „Systemsprenger“ bezeichnet in der Pädagogik und Psychiatrie einen Patienten, der nicht in eine Institution oder das Hilfesystem integriert werden kann.

Fingerscheidt hat fünf Jahre für den Film recherchiert und ist tief in das System der Kinder- und Jugendhilfe eingetaucht. Ihr exzellenter Film wird vor allem von der außergewöhnlichen Performance der Jungdarstellerin Helena Zengel getragen. Bei der Berlinale 2019 wurde „Systemsprenger“ mit dem Alfred-Bauer-Preis und dem Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost ausgezeichnet.

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