Albrecht Weinberg - Es ist immer in meinem Kopf
92 Min., frei ab 12 Jahren
Inhalt
Albrecht Weinberg überlebt den Holocaust. Sechzig Jahre nach dem
Exil in Amerika kehrt er in seine alte Heimat Ostfriesland zurück. Nicht,
weil er Deutschland noch einmal sehen will, sondern weil er fast blind
ist und auf Hilfe angewiesen ist. In Leer kommt er am vermeintlichen
Ende seines Lebens an — und findet dort etwas, womit niemand mehr
gerechnet hat: einen Neubeginn an der Seite von Gerda Dänekas, einst
seine Pflegerin, nun seine Freundin und Mitbewohnerin. Zusammen
sind sie die älteste WG Deutschlands.
Und Albrecht beginnt zu erzählen: von seinem Leben, von „Mama“ und
„Papa“, von dem, was bleibt, wenn alles verloren ging. Der Zuschauer
erlebt, wie Schüler neben dem alten Mann im Rollstuhl hinknien und in
Tränen ausbrechen, weil die Wucht seiner Geschichte kaum
auszuhalten ist. Albrecht trägt das Grauen in seinem Kopf und im
Herzen ein kindliches Vertrauen gegenüber den Menschen, die ihm
begegnen. Zugewandt, liebevoll, immer neugierig und offen.
Selbst ein ehemaliger Wehrmachtssoldat, der ihm begegnet, kann
daran nichts ändern. Albrecht weint, er lacht, er fährt mit dem
Leeraner Bürgermeister Karussell und erinnert sich an jedes Detail
einer Vergangenheit, die nicht vergehen darf. Bis zuletzt bleibt seine
größte Angst das Vergessen.
Albrecht Weinberg starb am 12. Mai im Alter von 101 Jahren. Er
hinterlässt Hunderte Freunde und Weggefährten sowie seine beste
Freundin Gerda, die nun nicht mehr mit Albrecht, aber mit seinem Film
durch Deutschland reist – gegen das Vergessen.